Zahlt das die Krankenkasse?? Psychische Belastungen am Arbeitsplatz - „ In anwaltlicher Behandlung “ - !

separator

In 2016 hatten Fehltage am Arbeitsplatz überwiegend sog. Muskel-Skelett-Erkrankungen zum Grunde, dicht gefolgt von psychischen Erkrankungen. Bei weiblichen Arbeitnehmern bildeten psychische Leiden im vergangenen Jahr sogar die Hauptursache für das Fernbleiben vom Arbeitsplatz.

Die Zahl der Fehltage aufgrund von Diagnosen wie z.B. „Depression“ oder „Burnout“ hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdreifacht.

 

Wer selbst von beruflich bedingter Überlastung, Versagensängsten am Arbeitsplatz oder Mobbing betroffen ist, wählt oftmals allein den Gang zum Arzt und widmet sich damit in der Regel der Bekämpfung der Symptome.

Aber ist es nicht sinnvoller und vor allem nachhaltiger, sich auf den Ursprung der Probleme zu konzentrieren?

So stellt sich die Frage: Muss ich die Arbeitsbedingungen, die mich krank machen, aushalten? Oder schützt mich hier möglicherweise das Gesetz?

Die meisten Arbeitgeber haben beim Thema Arbeitsschutz noch immer vorwiegend körperliche Belastungen und Unfallgefahren im Blick. Tatsache ist jedoch, dass der Gesetzgeber mit der Novellierung der §§ 4 und 5 des Arbeitsschutzgesetzes im Jahre 2013 auch die psychischen Belastungen in den Bereich des Arbeitsschutzes mit aufgenommen hat.

„Die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird.“ heißt es dort.

Möglicherweise lässt sich auf dieser Grundlage ein Tätigwerden des Arbeitgebers erwirken. Eine ausführliche Rechtsberatung kann hier richtungsweisend für ein taktisch kluges Vorgehen sein:

An wen wende ich mich und ggf. in welcher Reihenfolge? Suche ich das Gespräch, oder sollte ich in der Angelegenheit lieber schriftlich korrespondieren? Ist es vielleicht sogar nötig, übergeordnete Stellen, z.B. die für die Überwachung und Beratung der Unternehmen zuständigen Aufsichtsbehörden oder Unfallversicherungsträger, mit ins Boot zu holen?

Gerade psychische Leiden sind oft begleitet von Mutlosigkeit und Antriebsarmut oder – in der gegenteiligen Variante – von unüberlegten, impulshaften Aktionen. Um Stillstand und übereilte Fehlentscheidungen zu vermeiden, kann es daher durchaus angezeigt sein, sich neben der ärztlichen Versorgung auch in „anwaltliche Behandlung“ zu begeben. Aber die Krankenkasse zahlt das natürlich nicht, hier hilft die Rechtsschutzversicherung.

 

Rechtsanwälte Maeß | Heller | Schlenzka

Text: Rechtsanwältin Melanie Wieprecht/Rechtsanwalt Manfred Heller