Flugticket über ein Preisvergleichsportal gebucht? Welche Ansprüche hat man in diesem Fall bei Flugstornierung?

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Ein ganz trivialer Fall: Man bucht die Flugtickets schnell und günstig über ein Preisvergleichsportal, zahlt den Betrag und freut sich auf die bevorstehende Reise. An sich nichts Ungewöhnliches. Doch was passiert, wenn der Flug anschließend seitens der Fluggesellschaft storniert wird? An wen muss man sich wenden, um den gezahlten Betrag zurückzuerhalten? Und bekommt man dann den vollen Betrag erstattet?

Mit diesen Fragen wandte sich ein unzufriedener Fluggast an unsere Kanzlei, nachdem ihm die Rückerstattung des Flugpreises seitens der Fluggesellschaft mit dem Argument verweigert wurde, er solle sich an die betreffende Vermittlungsagentur wenden.

Dies haben wir dann im Auftrag unseres Mandanten getan und die Vermittlungsagentur flug24.de zur Rückerstattung des gezahlten Betrages in Höhe von ca. 1.000 EUR aufgefordert. Der Betreiber des Preisvergleichsportals erstattete daraufhin einen Betrag von lediglich 900 EUR und verweigerte im Übrigen die Rückzahlung der verbleibenden 100 EUR. Bei den verbleibenden 100 EUR handele es sich – so flug24.de – um eine Vermittlungsgebühr. Diese sei „mit der erfolgreichen Vermittlung der Buchungsanfrage an die Fluggesellschaft und die Ausstellung der Flugtickets“ entstanden, denn damit wären „die Verpflichtungen aus dem Vermittlungsvertrag vollumfänglich erfüllt“ worden. Zwar wurde der Flug aufgrund eines Streiks seitens der Fluggesellschaft storniert, dies führe jedoch nicht zum Entfallen des Anspruches auf die Vermittlungsgebühr.

 

Denken Sie bitte daran, eine Buchung über einen Drittanbieter mag zwar bequem und unkompliziert sein. Fällt jedoch eine Vermittlungsgebühr an, ist diese nicht ohne weiteres erstattungsfähig!

Wir wünschen Ihnen eine gute und angenehme Reise.

 

Rechtsanwälte Maeß | Heller | Schlenzka

Text: Rechtsanwältin Assia Schlenzka