Flug aufgrund der Wartezeiten in der Flugsicherheitskontrolle verpasst? Wer haftet für die Kosten?

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Nun geht sie wieder los – die Reisezeit. Voller Vorfreude kommt man am Flughafen an, gibt sein Gepäck auf und bei Ankunft an der Sicherheitskontrolle geht plötzlich nichts mehr voran. Wer kennt das nicht. Die Panik, den Flug zu verpassen, wird immer größer.

Nun gibt es ein neues Urteil, welches die Nerven gestresster Reisender beruhigen wird.

Das Amtsgericht Erding (Urteil vom 23.08.2016, Az.: 8 C 1143/16) hat entschieden, dass der Flughafen dafür haftet, wenn Passagiere ihren Flug aufgrund langer Sicherheitskontrollen verpassen. Der Flughafen müsse seine Sicherheitskontrollen so organisieren, dass es Passagieren möglich ist, rechtzeitig am Gate zu erscheinen.

In dem verhandelten Fall ging es um einen Flug von München in die Türkei. Der Abflug des Flugzeuges war für 13:40 Uhr angesetzt. Der Kläger und seine Familie checkten rechtzeitig um 12:22 Uhr ein und begaben sich zur Sicherheitskontrolle. Ein Airport Mitarbeiter forderte die Familie nach einiger Zeit auf, sich aufgrund der langen Warteschlange an der Sicherheitskontrolle an eine andere Kontrollstelle zu begeben, damit sie ihren Flug nicht verpassen. Dazu kam es dann jedoch trotzdem. Die Familie verpasste ihren Flug in die Türkei und musste die Flüge für 613,96 EUR umbuchen. Erst am nächsten Tag konnte die Familie in die Türkei reisen.

Die Familie wandte sich an einen Rechtsanwalt und dieser konnte im Gerichtsverfahren 80% des Flugpreises durchsetzen. Den vollen Flugpreis hat die Familie nicht erhalten, da sie eine Mitschuld traf. Die Kläger hätten die Flughafenmitarbeiter auf den Zeitdruck aufmerksam machen müssen.

Insbesondere in der Ferienzeit sind längere Wartezeiten am Flughafen häufig. Um gar nicht erst in diese Situation zu geraten ist es ratsam, rechtzeitig also mindestens zwei bis zweieinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein.

Rechtsanwälte Maeß | Heller | Schlenzka

Text: Rechtsanwältin Christin Egle